







Wenn sie sich mit dem Thema genauer befassen möchten, sollen die folgenden Hinweise nicht als schnellwirkendes Wunderheilmittel und auch nicht als Ersatz für den Arztbesuch verstanden werden, sondern als ein häuslich gut durchzuführendes Trainingsprogramm möglichst über längere Zeit. Gemäß Studienergebnissen zu Folge, wie auch im Gutachten für EPI-NO Libra berichtet:
viel trinken
Tritt z.B. nach Schwangerschaft in vielen Fällen eine Harninkontinenz auf, deren Prognose bezüglich Dauer und Schweregrad unsicher ist. Die Angaben in der Literatur sind hierzu außerordentlich schwankend. Frauen werden nach dieser Zeit mit 0,7 – 38 % (je nach Literaturangabe) mit einer neu auftretenden Inkontinenz konfrontiert und davon bleiben zwischen 25 und 75 % bestehen.“ Es gibt zwar inzwischen das Kursangebot Rückbildungsgymnastik und auch zusätzlich unterstützende Therapien wie EMS, Biofeedback, Galileo2000,… und doch nehmen es viele Frauen als gegeben hin und beginnen sich für den Rest ihres Lebens daran zu gewöhnen. „In einer repräsentativen Studie an 5 269 Erwachsenen in Belgien (Schulman et al. 1997) fand sich eine Krankheitshäufigkeit von 16,3 % bei Frauen und 5,2 % bei Männern, wobei allerdings davon „nur“ 17,4 % dieser Personen tägliche Inkontinenz-Ereignisse erleiden. Etwa 3,5 % der Frauen im mittleren Alter (20-59 Jahre) haben tägliche Inkontinenz-Episoden. Auch bei Schulkindern ist gelegentliches Einnässen häufig. Es tritt bei etwa 3,l % der Mädchen und 2,l % der Jungen zumindest einmal pro Woche auf. Zweifellos ist jedoch eine erhebliche Zunahme von Krankheitshäufigkeit und Schwere der Harninkontinenz mit zunehmendem Alter zu verzeichnen. In einer Studie an 2 014 Pflegeheimbewohnern, zeigten sich bei gezielter Befragung knapp die Hälfte als Harninkontinenz (Brandeis et al.1997).“ Es ist sogar ein häufiger Grund, warum ein Familienmietglied ins Pflegeheim muß und dann ist es sehr schwer noch etwas durch trainieren zu erreichen, um eine Einweisung abzuwenden (im Buch von Rief und Birnbaum über Biofeedback).
Aufbau des Beckens
Sie sollen hier als Betroffene rechtzeitig die Möglichkeit aufgezeigt bekommen, aktiv an dem Genesungsprozess teilnehmen zu können und sich dadurch für die Durchführung eines Kontinenztrainings zu motivieren. Die anatomischen Grundlagen zeigen auf, dass es sich um Muskulatur handelt und so ist ein eigenverantwortliches Tun in Form von Muskeltraining möglich. Wenn man den Aufbau des weiblichen Beckens genauer betrachtet, sind die Beeinträchtigungen durch eine Öffnung mehr im Vergleich zum Mann anatomisch gegeben. Hormonelle Schwankungen können zu Überelastizität des Gewebes führen, was dann als Gefahr zur Folge hat, dass eine Verschlechterung der Stütz- und Haltefunktion in diesen Gebiet entsteht und sich z.B. ein Gebärmuttervorfall daraus entwickelt. Diese ist aber im Frühstadium mit gezieltem Training durch Verbesserung der Durchblutung, Kräftigung der tiefliegenden Muskulatur und Korrektur der Haltung positiv beeinflussbar. Dabei ist der wichtigste Bestandteil das Beckenbodengeflecht wahrzunehmen, denn nur die wenigsten Menschen spannen richtig. Wenn sie es aber schaffen, aktiv Ihr innerstes im Becken noch oben anzuheben, dann sind sie auf dem richtigen Weg.
Es besteht auch die Möglichkeit den Urin, während des Wasserlassens, einmal anzuhalten und sich (bei Erfolg)dieses Gefühl ganz genau einzuprägen. Im weiterm Verlauf ist unbedingt darauf zu achten das Wasserlassen ungehemmt zuzulassen. Denn ein ungehinderter Toilettengang ist in den ersten Lebensjahren erlernt worden und kann, unter falschem Training, auch wieder verloren gehen, bzw. mutwillig negativ beeinflusst werden. Das Wasserlassen zu überprüfen ist ein gern genutztes Testverfahren zur Diagnosefindung.
Beckenbodengymnastik
Haben sie schon einmal Ihre Miktion in einen Messbecher abgegeben? Im Rahmen der Diagnosefindung und Syptombeurteilung ist ein Miktionsprotokoll ein übliches und aufschlussreiches Testverfahren um die Füllmenge der Blase, und so auch das nächtliche Fassungsvermögen abschätzen zu können. Eine wichtige anatomische Anforderung der Blase besteht darin, genug Speicherkapazität zu besitzen, um im Schlaf den ständig nachfliesenden Urin aus den Nieren über die Harnleiter aufzufangen. Der Beckenboden besitzt unter anderem die Fähigkeit, während eines Druckanstiegs im Bauchraum "unten dicht zu machen" und so ein eventuelles Miesgeschick zu vermeiden.
Dieser anatomisch ausgeklügelte Vorgang kann nur dann vonstatten gehen, wenn das Beckenbodenmuskelgeflecht am Tage genug Verschlußkraft ausübt, um die Blase auf eine ausreichende Füllmenge anzustauen und so gegen eine von oben wirkende Kraft anzuspannen.
Ein zu häufiger Harndrang, verbunden mit andauernder Angst, ein Malheur zu erleben, nicht schnell genug auf Toilette zu kommen, ist durch den richtigen Einsatz der Beckenbodenspannung sehr gut zu vermeiden. Nutzen sie aus der Sportwissenschaft und Physiotherapie bekannte Trainingsverfahren. Um eine derartiges Beckenbobentraining umzusetzen ist darauf Wert zu legen, dass sie innerhalb einer Woche sieben Grundbaustein beachten (bei einer geringeren Trainingshäufigkeit wie 2-3-mal wöchentlich 20 min bewirken sie wahrscheinlich nicht den gewünschten Erfolg):
Informieren Sie sich über die Übungen, in dem Sie oben auf die Elemente von WABASKA klicken!
Was vielleicht einfach klingt, ist ein langer Weg, der ständig mit dem Kampf gegen den inneren Schweinehund zu bestreiten ist, aber Sie haben es selber in sich, aus den Gegebenheiten, auch bei ungünstiger Diagnose, das Beste zu machen.
Wie sie sehen konnten, ist sehr viel im Bereich des Beckenbodens in Erfahrung gebracht worden, jetzt liegt es an Ihnen, es umzusetzen. Um eine genau an sie angepasste Therapie zu erstellen, ist eine sorgfältige klinische Abklärung der Gründe, welche z.B. zur Inkontinenz führen, und eine klare Diagnose nötig, die sie bei Ihrem Arzt bekommen können, wenn sie Ihm Ihre genaue Lage schildern (Toilettengänge pro Tag, sexuelles Empfinden, Schmerzen,…). Sie können auch im Suchportal Ihre PLZ eingeben um Professionelle Hilfe vielleicht gleich in Ihrer Nähe zu finden.