







Wenn Sie sich mit dem Thema genauer befassen möchten, sollen die folgenden Hinweise nicht als schnellwirkendes Wunderheilmittel und auch nicht als Ersatz für den Arztbesuch verstanden werden, sondern als ein häuslich gut durchzuführendes Trainingsprogramm möglichst über längere Zeit.
K. Zellmann, St. Pietsch. B. Liedl schrieben in der Studie; Ist eine postoperative Harninkontinenz durch Biofeedback-Methoden zu bessern:
Urinsystem des Mannes
„Nach Studienergebnissen zu Folge, tritt nach radikaler Prostatektomie in vielen Fällen eine Harninkontinenz auf, deren Prognose bezüglich Dauer und Schweregrad unsicher ist. Die Angaben in der Literatur sind hierzu außerordentlich schwankend. Rudy (1984) gibt eine Inkontinenzrate sechs Monate nach Operation mit 87% bei allen Patienten an, wobei er sämtliche Schweregrade mit einbezieht; Marks (1989) spricht von 94,5% einer »sozial akzeptablen« Kontinenz, 4 bis 96 Monate nach der Operation. Der Anteil der schweren oder totalen Inkontinenz schwankt nach Marks zwischen 2% und 15%. Bei leichten Graden der Harninkontinenz kann offensichtlichmit einer spontanen Besserung innerhalb der ersten sechs Monategerechnet werden.“
Dies bestätigt sich auch durch die Angaben der Patienten im 21. Jahrhundert. Es gibt zwar inzwischen viel schonendere Operationsverfahren und auch mehr zusätzlich unterstützende Therapien auf wissenschaftlich ausgereifterem Stand (EMS, Biofeedback, Galileo2000,…) und doch schafft es die Medizin nicht ganz dieses Problem mit 100% Wahrscheinlichkeit zu vermeiden.
Den gutgemeinten Hinweis, dass nach allgemeinen Erfahrungen bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten die Inkontinenz sich innerhalb der ersten sechs Monate spontan verbessere, sollen sie hier nicht lesen; sondern sie sollen als Betroffener die Möglichkeit aufgezeigt bekommen, aktiv an dem Genesungsprozess teilnehmen zu können und sich dadurch für die Durchführung eines Kontinenztrainings zu motivieren. Die Anatomischen Grundlagen zeigen auf, dass es sich um Muskulatur handelt und so ist ein eigenverantwortliches Handeln in Form von Muskeltraining möglich.
Aufbau des Beckens
Wenn man den Aufbau des männlichen Beckens genauer betrachtet, sind die wichtigsten Bestandteile wie z.B. die Blase mit Ihrer Wandmuskulatur bei gesundem Zustand in der Lage innerhalb von 60 Sekunden den gesammten Inhalt (300 – 600 ml) zu entleeren. Haben sie schon einmal Ihre Miktion (Wasserlassen) in einen Messbecher abgegeben und vielleicht noch gestoppt wie lange es dauert? Im Rahmen der Diagnosefindung und Syptombeurteilung ist ein Miktionsprotokoll ein übliches und aufschlussreiches Testverfahren um die Füllmenge der Blase, und so auch das nächtliche Fassungsvermögen abschätzen zu können. Eine wichtige anatomische Anforderung der Blase besteht darin, genug Speicherkapazität zu besitzen, um im Schlaf den ständig nachfliesenden Urin aus den Nieren über die Harnleiter aufzufangen (1,5 – 1,7 l/tägl. bei einer empfohlenen Trinkmenge von ca. 2000 ml/tägl.).
Dieser anatomisch ausgeklügelte Vorgang kann nur dann vonstatten gehen, wenn auch die nächste dazugehörige Muskulatur das Beckenbodengeflecht am Tage genug Verschlußkraft ausübt, um die Blase auf eine ausreichende Füllmenge anzutrainieren.
Ein zu häufiger Harndrang verbunden mit andauernder Angst, ein Malheur zu erleben nicht schnell genug auf Toilette zu kommen, ist durch den richtigen Einsatz der Beckenbodenspannung sehr gut zu vermeiden. Nutzen sie aus der Sportwissenschaft und Physiotherapie bekannte Trainingsverfahren um genau das zu erreichen.
Um ein derartiges Beckenbobentraining umzusetzen ist darauf Wert zu legen, dass sie innerhalb einer Woche sieben Grundbausteine beachten (bei einer geringeren Trainingshäufigkeit wie 2-3-mal wöchentlich 20 min bewirken sie wahrscheinlich nicht den gewünschten Erfolg):
Informieren Sie sich über die Übungen, in dem Sie oben auf die Elemente von WABASKA klicken!
Was vielleicht einfach klingt, ist ein langer Weg, der ständig mit dem Kampf gegen den inneren Schweinehund zu bestreiten ist, aber Sie haben es selber in sich, aus den Gegebenheiten, auch bei ungünstiger Diagnose, das Beste zu machen.
Wie sie sehen konnten, ist sehr viel im Bereich des Beckenbodens in Erfahrung gebracht worden, jetzt liegt es an Ihnen, es umzusetzen. Um eine genau an sie angepasste Therapie zu erstellen, ist eine sorgfältige klinische Abklärung der Gründe, welche z.B. zur Inkontinenz führen, und eine klare Diagnose nötig, die sie bei Ihrem Arzt bekommen können, wenn sie Ihm Ihre genaue Lage schildern (Toilettengänge pro Tag, sexuelles Empfinden, Schmerzen,…). Sie können auch im Suchportal Ihre PLZ eingeben um Professionelle Hilfe vielleicht gleich in Ihrer Nähe zu finden.