







Jede Behandlung der Inkontinenz ist individuell auf sie zugeschnitten. Sie nimmt Rücksicht auf Ursache und Ausmaß der Erkrankung und ihre individuellen Lebensumstände. Zunächst einmal erhalten sie vermutlich hygienische Hilfsmittel, damit die Inkontinenz ihren Alltag nicht zu sehr belastet. Das können Vorlagen, Urinale, Katheter oder auch Pessare sein. Medikamente werden meist eingesetzt, um das Nervensystems zu beeinflussen oder eventuelle Infekte zu behandeln.
Beckenbodentraining
In fast allen Fällen ist Muskeltraining eine echte Hilfe. Dabei entwickeln Sie ein Gefühl für die Muskulatur und kräftigen sie. Auch schon nicht operative, risikoärmere Therapieverfahren wie Physiotherapie, Beckenbodentraining oder Hilfsmittel zum Muskelaufbau (EMS, Biofeedback, Vibrationstraining), können die Inkontinenz sogar dauerhaft stoppen. Einige Beispiele für das Beckenbodentraining können Sie hier ansehen.
Die elektrische Muskelstimulation (EMS) ist eine Therapieform, mit der sich alle anderen Behandlungen gut und erfolgreich kombinieren lassen. Spezielle Geräte wie das CombiStim XP® stimulieren die Beckenbodenmuskeln mit sanften elektronischen Impulsen. Die hohe Wirksamkeit bei der Behandlung von Harn-Inkontinenz, wurde in klinischen Untersuchungen nachgewiesen. EMS ist eine sanfte und sichere Behandlungsmethode. Die bequem von zu Hause aus durchgeführt werden kann.
Biofeedback ist ein kontrolliertes, aktives Training bei Inkontinenz. Der Patient muss seinen Beckenboden aktiv anspannen und entspannen. Ein Gerät gibt diese Aktivität vor und kontrolliert sie. Ziel des Trainings ist es, bestimmte Körperfunktionen zu kontrollieren und bewusst im Alltag einzusetzen, über die man normalerweise keine Kontrolle hat.
Vibrationstraining hat sich im Rahmen von Osteoporosetraining auch für Inkontinenzpatienten als hilfreich erwiesen. Im Rahmen einer Studie zum Thema: Einfluss mechanischer Schwingungen auf die Beckenbodenmuskulatur mittels Galileo 2000 in Kombination mit Physiotherapie zur Behandlung
der weiblichen Stressinkontinenz hat Herrn Dr. Volker Viereck der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Universität Göttingen, 2003 an 29 Patienten Untersucht ob Vibrationsgestützes Training einen positiven Einfluss auf eine bestehende Harninkontinenz hat. Das Ergebniss kann sich sehen lassen, denn in der Trainingsgruppe wo sowohl Physiotherapie wie auch Vibrationstraining durchgeführt wurde, konnten nach 24 Wochen von einem Rückgang der Beschwerden von 80% berichten werden.