







Stuhl-Inkontinenz ist weniger stark verbreitet, aber sehr unangenehm. Das Verschlusssystem des Darmes funktioniert nicht mehr richtig, der Stuhl geht unkontrolliert ab. Die Ursachen der Stuhl-Inkontinenz ähneln denen der Stress-Inkontinenz: Verletzungen des Schließmuskels nach Geburten oder Operationen können hierfür ebenso verantwortlich sein wie eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur.
Verdauungsapperat
Um die Stuhl-Inkontinenz festzustellen, wird der Arzt ausführlich nach Ihrer Krankheitsgeschichte fragen. Bei einer Untersuchung sucht er in der Geschlechtsregion und am Darm nach äußerlich sichtbaren Ursachen. Eventuell ist auch eine gynäkologische-, urologische- oder proktologische Untersuchung sinnvoll, um andere Erkrankungen ausschließen zu können.
Mit der Ultraschalluntersuchung kann der Arzt erkennen, ob noch Reststuhl im Darm ist, nachdem Sie auf der Toilette waren. Er misst vielleicht sogar die Kraft des Schließmuskels.
Eine Stuhlprobe wird auf Bakterien, Eiter, Blut und andere Substanzen untersucht, um Infekte ausschließen zu können.
Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Stuhl-Inkontinenz zu behandeln. Ihr Arzt wird die Therapie ganz gezielt Ihnen und Ihren Lebensumständen anpassen!
- Zuerst verschreibt er Ihnen wahrscheinlich Hilfsmittel, die den Stuhl abfangen
- Medikamente werden meist eingesetzt, um das Nervensystem zu beeinflussen oder eventuelle Infekte zu behandeln.
- In fast allen Fällen ist Muskeltraining eine echte Hilfe. Dabei entwickeln Sie ein Gefühl für die Schließmuskulatur und kräftigen sie. Die Physiotherapie oder Hilfsmittel zum Muskelaufbau können die Inkontinenz sogar dauerhaft stoppen
- Die elektrische Muskelstimulation (EMS) ist eine Therapieform, mit der sich alle anderen Behandlungen gut und erfolgreich kombinieren lassen. Spezielle Geräte wie das CombiStim XP® stimulieren die Schließmuskeln mit sanften elektronischen Impulsen. EMS ist eine sanfte und sichere Behandlungsmethode ohne operativen Eingriff und ohne Medikamente. Die Behandlung kann bequem zu Hause durchgeführt werden.
- Biofeedback ist ein kontrolliertes, aktives Training bei Inkontinenz. Der Patient muss seinen Beckenboden und den Schließmuskel aktiv anspannen und entspannen. Ein Gerät gibt diese Aktivität vor und kontrolliert sie. Ziel des Trainings ist es, bestimmte Körperfunktionen zu kontrollieren und bewusst im Alltag einzusetzen, über die man normalerweise keine Kontrolle hat.